EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisiert die Abkehr der Europäischen Union von der Atomenergie als strategischen Fehler. Sie betont, dass die Union an der weltweiten "Renaissance" der Kernenergie teilhaben müsse, um eine zuverlässige und bezahlbare Energiequelle für die Zukunft zu sichern. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch widerspricht dieser Position und verweist auf die hohen Kosten, potenzielle Gefahren und die ungelöste Endlagerfrage als Gründe für den Ausstieg aus der Atomenergie. Miersch kritisiert von der Leyens Aussage als respektlos gegenüber den Betroffenen des Fukushima-Unfalls von 2011. Er betont, dass die Katastrophe in Japan 160.000 Menschen ihr Zuhause und ihre Existenz raubte. Für ihn ist der Ausstieg aus der Atomenergie eine Vernunftentscheidung, die heute als "Geschichtsklitterung" bezeichnet werden könne. Er argumentiert, dass die Kosten für neue Reaktoren unkontrollierbar seien und die Endlagerfrage bis heute nicht gelöst sei. Die EU will nun einen anderen Weg einschlagen und stärker auf kleine modulare Atomreaktoren (SMR) setzen. Von der Leyen erklärt, dass die Verringerung des Anteils der Kernenergie an der Stromversorgung ein bewusster Entscheid gewesen sei, der nun als Fehler angesehen werde. Sie betont die Bedeutung sauberen und bezahlbaren Stroms für die Industrie und die Energiesicherheit, insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Krise im Nahen Osten. Miersch lehnt die Rückkehr zur Atomenergie ab und warnt vor staatlichen Subventionen für eine Hochrisikotechnologie. Er argumentiert, dass ohne massive staatliche Unterstützung weltweit kein neues Atomkraftwerk gebaut werde und dass private Investoren das Risiko nicht übernehmen würden.#ursula_von_der_leyen #matthias_miersch #europische_union #fukushima_unfall #deutsches_institut_fr_wirtschaftsforschung